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Vier Klöster in den USA
Ein Reisebericht
1
Thien Tam, Texas - 2
Christ in the Desert - 3 Our Lady of
the Desert, New Mexico – 4 Holy Cross, Chicago
Our Lady of the Desert

Vor rund 20 Jahren
suchten einige Frauen die Nähe des Klosters Christ in the Desert für
eine Klostergründung benediktinischer Prägung. Sie fanden die
Unterstützung und das Patronat des australischen Frauenklosters Jamberoo.
Vor einigen Jahren kamen die Schwestern zu der Überzeugung, ein größeres
Kloster in größerer Entfernung von Christ in the Desert zu bauen. Sie
fanden ein Gelände im nördlichen New Mexiko, etwa 2 ½ Autostunden von
Christ in the Desert entfernt. Vor einem Jahr siedelten sie schon einmal
in ihre künftige Pfarrei namens Blanco um. Blanco hat keinen eigenen
Pfarrer mehr. Der Generalvikar des Bistums Gallup betreut in der Gegend
drei kleine Pfarreien. Das Pfarrhaus stand den Schwestern als erste
Bleibe für ihr neues Vorhaben zur Verfügung. Kirche und Pfarrhaus von
Blanco sind mehr oder weniger im Punkt Irgendwo eines amerikanischen
Highways, von dem der Besucher sich nicht vorstellen kann, dass er Mitte
einer Pfarrei gewesen ist. Von dort aus sind die Schwestern jetzt dabei,
ihr neues Kloster zu bauen.

Abt Philip legte Wert
darauf, dass wir „sein“ Frauenkloster besuchten und einen Eindruck von
der Entwicklung der Gemeinschaft an ihrer neuen Heimat gewannen. Die
vier Schwestern, die in Blanco auf uns warteten – 3 weitere gehören zu
der Gemeinschaft -, hatten ein gutes Mittagessen vorbereitet.
Der Tagesausflug bei
wolkenlosem Wetter und Temperaturen mit mehr als 30° C führte uns in
Winnetous Heimat, Bei der Fahrt ging mir auf, dass ich die Apatschen
seit meiner Karl-May-Jugend eigentlich immer in eine waldreiche Gegend
der nordöstlichen USA angesiedelt hatte.



"Glockenturm" u. Kapelle des "ersten
Klostergründungsschritts"
Am Nachmittag fuhren wir
mit den Schwestern etwa eine halbe Stunde unseren Herkunftsweg zurück um
uns das Gelände der künftigen Heimat der Schwestern anzuschauen. Die
Gegend wurde uns unter dem Namen „Gobernador“ vorgestellt.
Gut eine Meile abseits
des Highways haben die Schwestern als erste Heimat am Fuß einer steilen,
etwa 80 m hohen Anhöhe drei standardisierte Fertigbauten aufrichten
lassen, deren Innenausbau nicht vorgegeben ist. Einer dieser
Fertigbauten soll als Kapelle, die beiden anderen als Wohnbereich
dienen. Alles ist noch in der
Herstellungsphase,
aber das eine oder andere durchaus schon im Detail zu erkennen.
(Amüsiert hat mich in einer Nasszelle der Duschvorhang, den ich mir so
weder in einem deutschen Männer- noch in einem Frauenkloster vorstellen
kann.) Auf lange Sicht denken sich die Schwestern an diesem Platz ihres
Geländes ein geistliches Zentrum. Zunächst aber sind sie voller
Hoffnung, schon in der zweiten Septemberhälfte ihr neues „Kloster“
beziehen zu können. Ich bin gespannt, ob sich das verwirklichen lässt.

Nach diesem Ortstermin
sind wir um die Anhöhe herumgefahren und sind von ihrer Rückseite auf
die Höhe gefahren, die die Schwestern sich als eigentlichen Ort Ihres
Klosters erträumen. Dort haben wir das Gelände erkundet, von oben herab
auf die Arbeiten an dem provisorischen Kloster geschaut und den Blick
über die Weite der Hochebene wandern lassen. Hier oben das endgültige
Kloster zu bauen, das hat was! Ist der Canyon von Christ in the Desert
faszinierend, so ist die hohe Mesa von Gobernador nicht minder
attraktiv. Eigentlich würde ich gerne noch sehr, sehr lange leben, um
später noch einmal dorthin zu fahren und zu sehen, ob und wie der Traum
Wirklichkeit geworden ist.


Die glühende Sonne, ein
wolkenloser Himmel, die Höhe, der Sandboden und zu all dem der schwarze
Habit, den Abt Philip uns für den Besuch bei den Schwestern empfohlen
hatte, hatten P. Anselm und mir ein „Glühen“ geschenkt, das am Abend in
Christ in the Desert mit ein wenig Besorgnis registriert wurde. Am
nächsten Morgen waren die Mitbrüder aber wieder einigermaßen beruhigt,
als sie sahen, dass das „Feuer“ sich in uns nicht festgeglüht hatte.
Schon meine Kindheitsträume hatten mich mehr Richtung Nordpol als an den
Amazonas gezogen. …

Besucher dürfen relaxen, …

… Gründer packen zu!
(Sr. Juliana, Mitte 80!!)
P. Albert Altenähr
090820
Weiter:
Holy Cross Monastery, Chicago
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