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Was
ist das: Oblaten?
Wahrscheinlich
ist die Frage nach den Oblaten schon jedem Benediktiner gestellt worden
und wenn der den Fragesteller an den Oblatenrektor des Klosters weiter
verwiesen hat, dann wird dieser die Frage aus seinem Wissens- und
Erfahrungshorizont sicher gut und im Blick auf sein Kloster konkret
beantwortet haben. Wenn man einen zeitlichen Längsschnitt durch die
Tadition des Oblatentums und auch wenn man einen Horizontalschnitt durch
das Oblatentum heute macht, dann wird man aber wohl eine so bunte
Vielfalt von Antworten entdecken, das man am Ende des Überblicks erneut
fragen darf: ... und was sind sie denn nun: die Oblaten?
Die
Buntheit braucht weder zu überraschen noch zu ängstigen. Sie spiegelt
die Buntheit der Klöster unseres Ordens, ihrer jeweiligen Geschichte
und ihrer jeweiligen Mönche. So wie es kaum eine einheitliche
Vorstellung von dem benediktinischen Mönch gibt, so wird es auch
keine einheitliche Vorstellung über die Oblaten geben. Das sieht
in jedem Kloster anders aus und auch in einem einzelnen Kloster gibt es
sehr unterschiedliche Oblatengenerationen und typen, - eine
wechselvolle Oblaten-Geschichte, - ein changierendes Oblaten-Bild.
Sinnvoll
und notwendig erscheint es darum, von Zeit zu Zeit die Situation in der
eigenen Oblatengemeinschaft anzuschauen und das Oblaten-Institut jeweils
neu zu definieren und neu zu erfinden. Es ist realitätsfern
zu glauben, dass im einfachen Fortschreiben der Oblatenidee ihre Identität
gewahrt wird. Stille Abstriche und Zuwüchse modellieren die Idee
immerfort weiter. Bewusste Akzentuierungen tun das Ihrige. Blütezeiten
und Stagnationen wechseln einander ab. Das Gespräch unter den Mönchen
und den Oblaten selbst, - das Gespräch der Mönche mit den Oblaten und
das Gespräch zwischen den Oblatengemeinschaften der verschiedenen Klöster
kann da nur hilfreich sein, dem Oblaten-Institut in den einzelnen Klöstern
und innerhalb der benediktinischen Ordensgemeinschaft zeitnotwendiges
und klareres Profil zu geben.
Das
Beispiel Affligem
Am
Beispiel der Oblatentradition der flämischen Abtei Affligem kann die
Notwendigkeit / Sinnhaftigkeit der Frage exemplarisch verdeutlicht
werden. Affligem bietet sich als Beispiel an, weil die Abtei ein
intensives Bewußtsein für die Geschichte der neueren Oblatenbewegung
und seiner eigenen Oblatengemeinschaft hat. Durch verschiedene kleinere
Veröffentlichungen und Manuskripte ist für Affligem Material greifbar,
das für andere Klöster und Oblatengemeinschaften (noch) fehlt bzw. mir
nicht bekannt ist.
Der
wiederbelebende Aufbruch im 19. Jh., der zum heutigen Oblatentum führte,
ist wesentlich mit der Gestalt von Abt Godehard Heigl
von Affligem verbunden.
Seit seiner Ankunft in Dendermonde mühte sich Godehard Heigl um eine
Verbreitung der Verehrung des hl. Benedikt. Aus dem Kreis seiner
Beichtkinder wurde ihm das Anliegen zugetragen, sich in irgendeiner
Weise ähnlich den sog. Dritten Orden der franziskanischen
Tradition
den Benediktinern anschließen zu können.
Für
Affligem wurde Heigl darauf aufmerksam gemacht, dass es vor der Französischen
Revolution so etwas wie ein Oblaten-Institut gegeben habe. Am 16.
November 1880 nahm Heigl mit Theresia Raes aus Hekelgem die erste
Kandidatin in das Oblaten-Noviziat auf; am 17. November 1883 legte sie
ihr Oblationsversprechen ab. 1884 wurden das Affligemer Oblaten-Institut
durch das Generalkapitel der Sublazenser Kongregation gutgeheißen und für
die Kongregation übernommen. Am 01. Juni 1888 wurden die Statuten des
Instituts
vom Hl. Stuhl approbiert, am 12. Dezember 1890 in erweiterter Form auf
10 Jahre per modum experimenti anerkannt. Am 23. Juli 1904 wurden
Statuten der Oblaten für den Gesamtorden vom Hl. Stuhl approbiert. Zu
dieser letzten Stufe der Etablierung des Oblaten-Instituts im Orden
schreibt der Historiker von Affligem, Dom Wilfried Verleyen: Als
Abtprimas Hildebrand de Hemptinne das Oblaten-Institut für den
Gesamtorden vereinheitlichte und dabei der Sicht seines Pioniers wenig
Rechnung trug, war dieser ziemlich enttäuscht.
Den
zugänglichen Affligemer Unterlagen ist recht gut die zahlenmäßige
Entwicklung des dortigen Oblaten-Instituts zu entnehmen. Offen bleibt
(mir) die Antwort auf die Frage, ob die genannten Zahlen
fortgeschriebene Zahlen sind oder ob es sich um Angaben handelt,
wieviele Oblaten es in den erwähnten Jahren gleichzeitig gab.
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16.11.1880
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1.
Aufnahme ins Noviziat
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Febr.
1881
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mehr
als 50
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1900
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346
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1920
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451
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seit
den 30-er Jahren starker Rückgang
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05.08.1962
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letzte
Oblation
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1992
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Versuch
eines Neuanfangs mit 2 jungen Ehepaaren einem weiteren Paar u.
weiteren; gescheitert
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1999
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Neuanfang:
2 Herren
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Die
Blütezeit des Affligemer Oblaten-Instituts ist unter Abt Godehard Heigl
anzusetzen. Sein Nachfolger als Oblatenrektor, P. Gabriel Willems
(1907-1924) legte noch ein neues Oblatenregister an, das aber großenteils
unbeschrieben blieb. Der dritte, P. Vincentius Coosemans (1924-1938),
war sehr begabt und auch gütig, aber wenig dynamisch; recht früh war
er kränklich. Das Oblaten-Institut erschlaffte. Unter seinem
Nachfolger, P. Albertus Van Roy (bis 1962) kam es ganz zum Erliegen. Ab
1952 wurden die monatlichen Treffen nicht mehr gehalten; ab 1962 gab es
dann keinerlei Aktivitäten mehr.
Aus
diesem skizzierten äußeren Verlauf der Geschichte der Oblaten von
Affligem zeichnen sich in einem erstem Blick zumindest drei
Fragekomplexe ab, die für den Profilgehalt der Oblatengemeinschaft
eines jeden Klosters - und das zu jeder Zeit und immer wieder neu!
zu bedenken sind.
1.
Die Inititative des Starts 1880 und auch der Neustarts 1992 und
1999 ging von Laien aus, die eine definierte Nähe zum Kloster suchten.
Jede Klostergemeinschaft wird im allgemeinen und immer wieder auch im
Einzelfall prüfen müssen, was der wirkliche Bedarf ist, und ob
und wie das Kloster ihn erfüllen will und kann. Ein Kloster kann und
muss nicht jeden angemeldeten Bedarf erfüllen. Dass jemand Oblate
werden will, ist noch kein Grund, ihn als Oblaten anzunehmen. Je klarer
aber der Bedarf formuliert und erkannt wird, desto klarer können
Entscheidungen getroffen werden, ob und wie darauf zu reagieren ist. Mir
scheint, dass der wirkliche Nähe-Bedarf (in Qualität und Quantität)
seitens der Anfragenden und das realsierbare Nähe-Angebot seitens der
Klöster nicht immer hinreichend geklärt ist.
2.
Das schnelle Wachsen der Affligemer Oblatengruppe
- und große Zahlen überhaupt lassen nach der
Tiefenverwurzelung der Oblatenidee fragen. Auf einer eher aszetisch
orientierten Pflichtenebene lässt sich die Erfüllung des Oblatenideals
vielleicht auch bei einer schnell wachsenden und großen Zahl der
Oblaten kontrollieren. Entsprechend klar abfragbar ist auch das
Angebot der Klöster, wenn man sich auf der Ebene der Teilhabe an
formulierten Privilegien und zu gewinnenden Ablässen aufhält. Diese
Dinge waren um 1900 den Mönchen und den Laien wichtiger als heute. Ob
damit aber unbedingt der benediktinische Geist schon erfasst ist,
möchte ich zumindest fragen dürfen.
3.
Die Affligemer Oblatengeschichte zeigt deutlich die Abhängigkeit
des Instituts von der Persönlichkeit der Oblatenrektoren. Das ist
einerseits natürlich, zeigt aber auch seine Schwäche. Wenn die Oblaten
positiv die charismatische Spielwiese oder negativ ein leidiger
Job des jeweiligen Rektors sind und nicht Sache der Klostergemeinschaft
an sich, dann entsteht eine Schieflage, die weder den Oblaten noch der
Klostergemeinschaft gut tut. Die Abhängigkeit des Oblateninstituts von
den Rektoren ist darüber hinaus ein Hinweis darauf, dass das Institut
zumindest früher eine geistig-geistliche Einbahnstraße gewesen zu sein
scheint, auf der das Kloster der gebende Teil, der Oblate der
empfangende war.
Die
Hinweise der Satzung
Das Beuroner Handbuch für Benediktineroblaten von 1990 bringt
eine Satzung der Oblaten (S. 175-180),
in der es heißt: Wer sich von Gott gerufen weiß, Christus im Geist
der Regel des hl. Benedikt in der Welt nachzufolgen, kann sich sich als
Benediktineroblate einem Kloster des Benediktinerordens anschließen
(Nr. 2). Der Geist der Regel wird ebenfalls in den Nr.n 1 und 6
der Statuten über das Probejahr erwähnt. Im Abschnitt 12
Geistliches Leben des Benediktineroblaten wird gesagt, dass es
bestimmt ist durch das Evangelium Jesu Christi und die Überlieferungen
des benediktinischen Mönchtums.
Dezidiert
weist derselbe Abschnitt auf das Regelkapitel 7 Die Demut hin:
Der Weg zu Gott wird für den Oblaten durch das siebte Kapitel der
hl. Regel vorgezeichnet. Er führt über den Wandel in der Gegenwart
Gottes und die Erfüllung seines Willens nach dem Vorbild des
Gekreuzigten hin zu jener Liebe, die die Furcht vertreibt und die Freude
am Heiligen Geist schenkt.
So
sehr der mit der Regel Benedikts langjährig Vertraute in den Hinweisen
der Satzung Regelzitate bzw. andeutungen wiedererkennt, so sehr wird
der Neuling unmittelbar nur auf Kapitel 7 aufmerksam gemacht - ... und
das ist allgemein vom Thema Demut und von seiner patristischen
Aufbereitung her sicher nicht der leichteste Einstieg in das
Oblatenleben. Die Verweise auf den Geist der Regel und die Überlieferungen
des benediktinischen Mönchtums sind auch wenig konkret.
Die
von Rom approbierten Statuten Godehard Heigls bestimmten 1888 das Wesen
der Oblation nicht vom Begriff des benediktinischen Geistes her,
sondern vom benediktinischen Gelübdeversprechen der conversio morum.
So schwer wir Benediktiner uns tun, den lateinischen Begriff conversio
morum griffig in eine moderne Sprache zu übersetzen, so sehr ist
dieser Begriff als ein regel-genuiner dem etwas modisch angetönten
Begriff Geist vorzuziehen.
Im
Regelkapitel 58,17 übersetzt man im allgemeinen den Begriff conversio
morum mit klösterlicher Lebenswandel. Die Statuten von 1888
erläutern und übersetzen ihn mit dem anderen lateinischen Begriff emendatio
vitae = Besserung des Lebens. Gemeint ist eine ständige
Umkehrbereitschaft, eine Sehnsuchts- und Strebedynamik ad
perfectionem evangelicam (Statuten 1888), - d.h. nach einem Leben,
das mehr und mehr vom Evangelium Jesu Christi durchprägt ist. Die
Dynamik des ad ... = hin zum ... bestimmt als Wegperspektive in
besonderer Weise das letzte Kapitel, Kapitel 73 der Benediktregel.
Insofern könnte man diese Dynamik vielleicht sogar als Summe des
Benediktinischen bezeichnen, die sowohl der Mönch als auch der Oblate
in ihren je eigenen Lebensbereichen leben wollen.
Sehr
ansprechend hat Sr. Caecilia Bonn, Eibingen, die conversio morum
in ihrer Bedeutung für das Oblatenverständnis gedeutet: Wenn ein
Oblate das Gelübde der beständigen Umkehr in sein Leben integrieren möchte,
dann wird er ... nach und nach in der Flexibilität des Gehorsams die
Bereitschaft zu ständigem Wandel und ständigem Neubeginn entwickeln -
als Gegengewicht zu einer falsch verstandenen Stabilität, die zur
Erstarrung und zum Beharren verführen kann. Er bleibt beständig auf
dem Weg und stellt sich so in der Gymnastik des Augenblicks den
Forderungen von Wachstum und Reifung.
Der
hier skizzierte innerste Kern benediktinischen Mönch- und Oblatentums
schließt Christsein als einen Werde-Gang und Entdeckungsweg auf,
der bei jedem Schritt schon in den nächsten hineinlockt. Der
benediktinische Mensch ist nie fertig, - er ist nie fertig mit Gott, -
sein Glaubensgebäude ist nie fertiggestellt: Gott wird ihm
fraglos immer frag-würdiger; - er fragt sich tiefer und
tiefer auf ihn zu. So ist er mit seiner Weisheit nie am Ende, sondern
immer am Anfang. Das macht den benediktinischen Weg befreiend und
spannend und gleichzeitig anstrengend und schwierig.
Konkretionen
Die benediktinische Konkretion schlechthin innerhalb der Dynamik der conversio
morum dürfte die stabilitas
sein, das Versprechen und der Wille des Ausharrens. Es ist das
Bekenntnis zu einer Beziehung, - zu einem Ort, - zu einer Tradition und dem So-Sein in all
dem. Wie der Mönch sich in der Profess zu einem bestimmten Kloster des
Ordens bekennt, so definiert auch die Oblation die Beziehung des Oblaten
zu einem ganz bestimmten Kloster des Ordens.
Die
Konkretion braucht Pflege und zwar sowohl von seiten des Klosters als
auch von seiten des Oblaten. Die Satzung des Beuroner Handbuchs
formuliert in diesem Punkt sehr offen: Zwischen der
Klostergemeinschaft und den Oblaten besteht ein lebendiger Austausch
durch Gebet und Opfer, Hilfeleistungen und gegenseitige Anregungen
(Nr. 13). Mehr als Anregung für den Kontakt zwischen den Oblaten
aber sicher wohl zuerst wichtig für den Kontakt zwischen dem
Olbationskloster und dem Oblaten nennt die Satzung regelmäßige
Versammlungen, Einkehrtage und gegenseitige Hilfeleistungen (Nr. 14).
De facto dürften in allen Oblatengemeinschaften persönliche Kontakte,
allgemeine Rundbriefe und individuelle geistliche Begleitung die
genannten Dinge ergänzen.
Lebendigkeit
ist noch nicht durch eine Satzungsformulierung garantiert. Das wirkliche
Leben dürfte seine eigene Rolle spielen in der Konkretisierung der
Lebendigkeit des indiviuellen Oblatenbewusstseins und der
Oblatengemeinschaft. Die Akzeptanz der Oblaten in der
Klostergemeinschaft, die Persönlichkeit des Rektors und der einzelnen
Oblaten, Beziehungen zu einzelnen Mitgliedern der Klostergemeinschaft
..., - und das alles im Auf und Ab der Zeiten und der Lebensgeschichten
prägen den Grad der Lebendigkeit. Das oben angedeutete Wechselspiel
gegenseitiger Anregung ist wichtig. Wo nur gegeben wird, da ist das
Reservoir irgendwann leer. Wo passiv darauf gewartet wird, dass immer
gegeben wird, und wo nicht auch aktiv geschöpft / gefordert wird, da
versiegt der Brunnen. Spannend kann der Austausch vor allem da werden,
wo die Mönchsgemeinschaft Fragen und Anregungen zum eigenen
monastischen Selbstverständnis und Leben aus dem Kreis der Oblaten an
sich heran lässt und ernsthaft diskutiert.
Lebendigkeit
in dem gerade angedeuteten Kontext ist auch eine Frage von Nähe und
Distanz und deren Austarierung. Diese Frage ist insofern von Bedeutung,
als sich von Klöstern nicht selten Menschen mit einer etwas überhitzten
Frömmigkeit angezogen fühlen. Das Sich-Wohl-Fühlen und
Sich-Einrichten in der Klosternähe ist nicht das Ziel des Oblatentums.
Es geht beim Oblatentum um ein Wahr- und Aufnehmen der christlichen
Kraftquellen in ihrer benediktinischen Akzentuierung und um ihre nüchterne
Übersetzung in die Lebenswelt außerhalb der Klöster. In diesem Sinn
eignet der Berufung des Oblaten ein sehr starkes missionarisches,
welt-orientiertes Element.
Das
Lebensfeld des Klosters ist ein anderes als das Lebensfeld der Oblaten.
Es sind in diesem Sinn die Klarstellungen des Beuroner Handbuchs bewusst
zu verinnerlichen und im Vorfeld der Aufnahme ins Oblatennoviziat zu
beachten. Das Oblationsversprechen ist keine Ordensprofess (Satzung, Nr.
3). Das Feld der Bewährung sind die Aufgaben in Familie und Beruf,
Kirche und Gesellschaft (Satzung, Nr. 12). Sr. Caecilia Bonn formuliert
sehr präzise: Die Berufung zum Oblaten darf ... nicht als ein verkürztes
Mönchsleben oder als Mönchtum mit weniger Verpflichtungen, sondern
muss als eigenständige Berufung betrachtet werden.
Insgesamt gilt der nüchterne Grundsatz: Der Oblate soll mehr
bestrebt sein, das Gewöhnliche gut zu tun, als das Außergewöhnliche
zu suchen (Satzung, Nr. 12).
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Als
biblisches Bild sowohl für den Mönch als auch für den Oblaten eignet
sich gut die Erzählung vom Kampf des alttestamentlichen Patriarchen
Jakob mit Gott am Flussübergang des Jabbok (Genesis 32,23-33). Jakob zögert,
den entscheidenden letzten Schritt über den Fluss zu tun. Da ringt in
der Nacht ein Unbekannter mit ihm. Jakob will ihn nicht lassen, - es sei
denn um den Preis des Segens. Als Jakob am nächsten Morgen auf dem
neuen Ufer seinen Weg weitergeht, hinkt er. Er ist ein von Gott und mit
Gott Geschlagener. Das ist sein Sieg und seine Stärkung. Er hat sich
Gott erkämpft und so kann er ein Mann der Zukunft sein.
Abt
Albert Altenähr OSB
010818
C. Coppens, Honderd Jaar Affligem (1870-1970), Hekelgem,
1970; W. Verleyen, De
seculiere oblaten van de h. Benedictus te Meldert, in: Heemkundige
Kring De Faluintjes, 5 (1992) 216-221; J. Goetghebeur,
Seculiere oblaten in Affligem, in: De Schakel, Nr.30, 1999; J.
Goetghebeur, Statuten voor oblaten O.S.B., Affligem, 1997.
Grundlegend für Affligem: W. Verleyen, Negen eeuwen Affligem,
Affligem, 1983. Ich danke P. Wilfried Verleyen, Affligem, für
die Zusendung der Texte über die Oblaten.
Geb. 19.03.1834, Rottenburg / Bayern; 1843-1852 Schüler in
Metten; 1853 Eintritt in Subiaco; ab 1859 in Dendermonde; 1869
Wiederbelebung von Affligem; 1877 Superior in Affligem; 1887 Abt in
Affligem; Januar 1912 Resignation als Abt; + 18.12.1912. Vgl.
Berthold Simons, Abt Godehard Maria Joseph Heigl, Manuskript, o.J.,
58 S., Archiv Abtei Kornelimünster. Affligem, sein deutscher
Abt G. Heigl und die damals starke Gruppe deutscher Mitbrüder in
Affligem sind über die Tochterabtei Merkelbeek (gegründet 1893;
1923 nach Mamelis / Vaals transferiert) Großmutter der
Abteien Kornelimünster (1906) und Siegburg (1914). Diese Genealogie
begründet natürlicherweise eine besondere Verbindung und ein
besonderes Augenmerk des Verf. für die Affligemer Oblatentradition.
Hier sind sowohl das
Dictionnaire de Spiritualité (Artikel: Oblature, Band 11 [1982]
566-571) als auch das Handbuch für Benediktineroblaten
(Beuron 1990, 82) ergänzend zu korrigieren. Beide erwähnen Dom
Prosper Gueranger von Solesmes als einen Impulsgeber für die
Wiederbelebung des Oblateninstituts, geben aber keinen Hinweis auf
Godehard Heigl und Affligem. Wetzer und Weltes
Kirchenlexikon (Band 9 [21895] 620-626) trägt der
Rolle von Abt Heigl Rechnung.
Das Kloster in Dendermonde war vor der Übernahme durch die
Benediktiner ein Kapuzinerkonvent gewesen.
Als Beilage veröffentlicht
in: G. Heigl, Die weltlichen Oblaten des hl. Benedictus, in: Studien
und Mitteilungen aus dem Benedictiner- und dem Cistercienser-Orden,
9 (1888) 628-650.
W. Verleyen, De seculiere
oblaten ... a.a.O., 222. - Ob sich in der geringen Beachtung der
Vorarbeiten Heigls durch Primas de Hemptinne Spannungen zwischen den
Idealen der Beuroner Kongregation und der von Subiaco oder / und
zwischen Wallonen (Maredsous) und Flamen (Affligem) widerspiegeln,
schleicht sich als Vermutung zwar in meine Überlegungen ein, aber
ich habe es nicht weiter recherchiert. W. Verleyen hat bereits 1983
( Negen eeuwen Affligem, 64) auf die Nichtbeachtung der
Oblateninitiativen Heigls durch de Hemptinne aufmerksam gemacht. J.
Goetghebeuer erwähnt das Faktum 1999 (De
Schakel) wiederum. Vgl. o. Anm. 3.
Am 25. Juli 1962 wurde Abt
Jan Goetghebeur geweiht; er resignierte 1999. Ob eine kritische
Sicht des damaligen Zustands des Affligemer Oblaten-Instituts
durch den neuen Abt ein Mit-Faktor für das Ende war, kann durchaus
gefragt, aber von mir nicht beantwortet werden. Dass eine solche
Frage von meiner Seite keinen Vorwurf beinhaltet, mag man daraus
sehen, dass auch ich selbst als junger Abt dem vor sich
hinsterbenden Oblaten-Institut von Kornelimünster zunächst keine
neue Perspektive gegeben habe.
P. Wilfried Verleyen schreibt dem Verf. am 11.08.2001: Von
den früheren Oblaten sind nur wenige mehr am Leben und diese haben
fast keine Beziehungen mehr mit uns. In 1999 haben zwei Oblaten
ihre Oblation gemacht. Sie kommen ab und zu zu uns, besonders an
Festtagen, aber es gibt keine regelmäßige Zusammenkunft. Einer hat
eine Zelle zwischen den Professen.
Leider fehlt ein Hinweis, welche Autorität hinter dieser
Satzung steht. Nach Auskunft von Frau Schmitt-Sommer (Oblatin von
St. Ottilien), der Archiv-Beauftragten der Arbeitsgemeinschaft
Benediktineroblaten, ist die Satzung aus Beratungen der
Arbeitsgemeinschaft entstanden und 1982 verabschiedet worden.
Verbindlich ist sie in den Kongregationen oder Einzelklöstern, die
sie offiziell übernommen haben.
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