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Anpassungen in der Feier des Konventamts

Um künftig zwei wesentliche Elemente in der Feier der Messe noch ein wenig deutlicher zu machen, werden wir ab Sonntag, dem 25. Juli 2010 kleine Anpassungen bei der Feier des Konventamts vornehmen.

Freude am Reichtum des Gotteswortes

Das Zweite Vatikanische Konzil sah es als gut an, dass  den  Gläubigen der Tisch  des  Gotteswortes  bei der Feier der Messe reicher  bereitet  werde. Dazu solle  die Schatzkammer der Bibel  weiter aufgetan  werden (vgl. Liturgiekonstitution 51). Unter anderem wurde vorgesehen, dass an Sonntagen und Hochfesten jeweils drei Abschnitte aus der Heiligen Schrift vorgelesen werden. Mit einer solchen Ordnung gab es keine praktischen Erfahrungen. Bei der Umsetzung für den deutschen Sprachraum wurden Bedenken geäußert, damit könnten die Gemeinden überfordert werden. So wurde die Möglichkeit eröffnet, neben dem Evangelium nur eine der beiden Lesungen auszuwählen. Davon haben wir bisher Gebrauch gemacht.

Nun haben wir im Konvent besprochen, alle Schrifttexte in der Messe zu verkünden. In der Advents-, Weihnachts- und Fastenzeit sowie an den Hochfesten sind diese Texte jeweils thematisch aufeinander abgestimmt. In der Osterzeit sind es je ein Abschnitt aus der Apostelgeschichte, der Geheimen Offenbarung und aus einem Evangelium. Bei den ersten beiden handelt es sich um sogenannte Bahnlesungen. Es sind ausgewählte Abschnitte aus beiden biblischen Büchern in der dort zu findenden Abfolge der Texte. In der Zeit im Jahreskreis gibt es jeweils eine Bahnlesung aus den Briefen und im Wesentlichen aus einem der drei ersten Evangelien. Dazu ist als erste Lesung ein Abschnitt aus dem Alten Testament ausgewählt, der einen Bezug zum Evangelium hat.

Da die Evangelien unmittelbar vom Wirken Jesu erzählen, haben sie in der Feier der römischen Liturgie eine besondere Hochschätzung erfahren. Doch begegnet uns in allen Texten der Heiligen Schrift Christus. Er ist für uns das Wort, das von Anfang an war (vgl. Joh 1, 1). So kann etwa die Benediktsregel die gesamte Heilige Schrift Evangelium nennen, Frohe Botschaft vom Wirken Gottes. Um der Freude an diesem Wort noch mehr Ausdruck zu verleihen, wird das Halleluja künftig im Anschluss an die Verkündigung des Wortes Gottes wiederholt, wenn es vor dem Evangelium gesungen wurde.

Amen – wir machen es uns zu Eigen

Am Beginn des Hochgebetes in der Messe steht der Wechselruf zwischen dem Priester und der Gemeinde: Lasset uns danken, dem Herrn, unserem Gott. Das ist würdig und recht. Damit gibt die Gemeinde dem Priester den Auftrag, das folgende Gebet zu sprechen. Um deutlich zu machen, dass es sich um ein Gebet der Kirche handelt, gibt die Kirche mehrere Texte zur Auswahl verbindlich vor, und es bleibt einem Priester vorbehalten, dieses in ihrem Namen an Gott zu richten. Im Vertrauen auf solche Verbindlichkeit kann die Gemeinde dem Priester ihren Auftrag erteilen.

Das Hochgebet endet mit einem Lobpreis des dreieinen Gottes und dem Zuruf Amen durch die Gemeinde. Damit macht sich die ganze Gemeinde das vorausgegangene Gebet noch einmal ausdrücklich zu Eigen. Bereits in einem der ältesten Zeugnisse einer Eucharistiefeier, die uns überliefert sind, wird dieses Amen der Gemeinde als ein wesentliches Element erwähnt. Um es künftig noch deutlicher herauszustellen, werden wir dieses Amen in einer dreifachen Form singen.

P. Oliver J. Kaftan OSB
100721

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