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Die Glocken der
Abteikirche Kornelimünster
Das Geläut der Abtei Kornelimünster umfasst vier
Glocken. Drei Glocken erhielt das Kloster 1935 anläßlich eines
dreifachen Priesterjubiläums der Patres Fridolin Klaiber (geweiht
1895), Theodard Boelaars (geweiht 1910) und Lullus Gatterdam (geweiht
1900). Verbunden damit waren zwei weitere 25-Jahr-Jubiläem. Die größte
der Glocken ist Gregor dem Großen geweiht. Sie trägt die Umschrift:
„ZUM JUBILÄUM: P. FRIDOLIN P. THEODARD P. LULLUS * ANNO DOMINI
MCMXXXV * ST. GREGOR DER GROSSE. ICH GLAUBE AN EINE HEIL. KATH.
KIRCHE“. Die zweite Glocke ist unter den Schutz des Ordensvaters
Benedikt gestellt. Ihre Umschrift lautet: „ZUM JUBILÄUM DER
WELT-OBLATEN DES HL. BENEDIKT * CORNELIMÜNSTER: ANNO DOMINI MCMXXXV.
ST. BENEDIKT: BETE UND ARBEITE“. Die dritte Glocke will dem Lobpreis
des Altarsakramentes dienen. Sie erinnert an die 1910 eingerichtete
Bruderschaft der täglichen Anbetung.
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Glockenweihe 1935 (an der Lourdesgrotte)
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Dreilägerbach-Talsperre, Roetgen
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Die Klangtöne dieser Glocken sind c - es - f.
Gegossen wurden sie in der Gießerei Petit & Gebr. Edelbrock im münsterländischen
Gescher. 1942 wurden die Glocken im Rahmen der damaligen
Metallsammlungen konfisziert, wurden dann aber nicht der Rüstungsindustrie
zugeführt. Die kleinste Glocke diente für den Fall der Bombardierung
als Alarmglocke an der Dreilägerbach-Talsperre bei Roetgen; die beiden
anderen waren in Stolberg eingelagert. 1945 konnten die drei Glocken
unversehrt wieder übernommen werden.
Die große Glocke (Schlagton gis°) erhielt das
Kloster am 12. Mai 1952 aus den Beständen des sog.
"Glockenfriedhofs" in Hamburg. Sie stammt aus der Katharinenkirche in Braunsberg/Ostpreußen und wurde laut Inschrift
am 24. Oktober 1726 gegossen. Kaiser Napoleon fand 1812 solches
Gefallen am Klang dieser Glocke, dass er sie nach Frankreich schaffen
wollte. Als "musikalisch wertvollste Glocke" Ostpreußens
entging sie im Ersten Weltkrieg den damaligen Metallsammlungen. Im
Zweiten Weltkrieg war ihr das nicht gegönnt. Die Verbringung nach
Hamburg (1942) hat sie aber vor der Vernichtung bei den Kämpfen um Braunsberg bewahrt.
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Braunsberg, 1680
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Braunsberg, Katharinenkirche
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Braunsberg, im 13. Jh. gegründet und von 1358-1608
Mitglied der Hanse, war offenbar selbstbewusst und wohlhabend genug,
1346 den Bau der Katharinenkirche in Angriff zu nehmen. Dir Kirche ist
ein hervorragendes Zeugnis der Backsteingotik. 1426 wird mit dem Bau des
60 m hohen Turms begonnen. In den Kämpfen um Ostpreußen wurde die
Katharinenkirche 1945 vollständig zerstört. Braunsberg wurde am 20. März
1945 von der Roten Armee eingenommen. Inzwischen ist die Kirche wieder
aufgebaut.
Im
Nordischen Krieg (1700-1721; Auseinandersetzung um die Vorherrschaft im
Ostseeraum zw. Schweden [Karl XII.[1]]
und Russland [Zar Peter d. Gr.] mit seinen Verbündeten) wurde die
Glocke der Katharinenkirche von polnischen Truppen zerschlagen. Der
Neuguss aus der alten Glockenbronze ist auf der Glocke in einer langen
lateinischen Inschrift dokumentiert. Sie führt Johannes Szembek als
Bischof, den Erzpriester Dr. theol. Johannes Gaziorowski und den
Kirchenrendanten H(einrich) Schorn auf. Als Gussmeister und Gussort
nennt die Inschrift A(ndreas) Dörling aus Königsberg. Das schon erwähnte
Datum des Gusses, 24. Oktober 1726, ist ebenfalls erwähnt. Die
Widmungsinschrift auf der anderen Seite der Glocke lautet: „BENEDICAMUS
PATREM ET FILIUM CUM SANCTO SPIRITU. LAUDEMUS ET SUPEREXALTEMUS EUM IN
SAECULA – Lasst uns den Vater und den Sohn mit dem Hl. Geist preisen.
Wir wollen ihn loben und erheben in Ewigkeit.“ – Bei uns hat sich in
Anlehnung an die Herkunftskirche der Name „Katharinen-Glocke“ eingebürgert.
Die Darstellung der beiden Apostelfürsten auf ihr identifiziert sie
dagegen als „Peter-und-Paul-Glocke“.

Die beiden Apostelfürsten
sind in antikisierende Togenumhänge gekleidet und halten in ihrer linken
Hand die übergroßen Identifikationssymbole Schlüssel und Schwert. Die
beiden Reliefs sind sehr flach und angemessen nur mit guter Kamera und
ausgetüftelter Seitenbeleuchtung ui fotografieren.
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Glockenfriedhof, Hamburg
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Die Katharinenglocke „auf dem Weg“ in die
Abteikirche, 1955.
Im Hintergrund die Werkstattgebäude des
Klosters.
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Die Festschrift von 1956 zur
Weihe unserer Abteikirche weist darauf hin, dass mit der Planung der
Kirche damals auch an ein vollständiges neues Geläut gedacht war. Es
sollte 6 Glocken mit den Tönen gis - h - cis - e - fis - gis umfassen.
Die Kosten erlaubten nicht die Verwirklichung dieses Vorhabens. Die
Festschrift ist sich der klanglichen Unvollkommenheit des Geläuts bewußt,
wenn sie schreibt: "Obwohl ungewöhnlich, klingt das Geläute in dieser
Zusammenstellung (gis/as - c - es - f) zum mindesten sehr interessant"
(S. 64). Zugleich äußert die damalige Festschrift die mutige Hoffnung,
die sich bis heute nicht erfüllt hat, eine optimalere Lösung zu finden:
"Das Geläute in seiner jetzigen Zusammenstellung ist nicht als
endgültige Lösung gedacht. Jedoch wird es so lange seinen Zweck
erfüllen, bis in späteren Zeiten entsprechende Mittel zur Verfügung
stehen werden" (S. 66).
Zum Weihnachtsfest 1955
wurden die vier Glocken erstmals vom Turm der neuen Abteikirche
geläutet.
Albert Altenähr
930814 / 030428

Die
Katharinenglocke und ihr Klöppel
Glockenstuhl der Abteikirche Kornelimünster
Aufnahmen: 19.8.2004
Der geniale Feldherr
verspielte Schwedens Großmachtstellung.- Der am 27. Juni 1682 in
Stockholm geborene Wittelsbacher folgte bereits 1697 seinem Vater
Karl XI. auf den Schwedischen Thron. Im Nordischen Krieg bezwang er
zuerst die Dänen, schlug dann das weit überlegene russische Heer
bei Narwa 1700 und besiegte in zwei Schlachten auch den dritten
Gegner, August II. den Starken. - Nachdem er dessen Absetzung und
die Wahl Stanislaus Lesczczynskis zum polnischen König erreicht
hatte, wollte er auch Peter dem Großen durch einen Feldzug nach
Moskau seinen Willen aufzuzwingen. Bei Poltawa erlitt sein durch den
strengen Winter 1708/1709 geschwächtes Heer jedoch eine schwere
Niederlage. - Karl musste auf türkischem Gebiet Schutz suchen und
nahm nach seiner Rückkehr den Kampf sofort wieder auf. Er fiel am
11. Dezember 1718 bei der Belagerung von Frederikshald. (aus:
www.Weltchronik.de)
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