Verschiedenes aus der Abtei

Schmetterling Blüte

Anpassungen in der Feier des Konventamts

Missbrauchsvorwürfe

Das Erdbeben in Haiti 2010

Die Krippe der Abtei

San Benedetto in Piscinula

Paulus und Plautilla

Krokus Frühlingsfreude

Mit Gott im Heute

Nach 25 Jahren

Was bleibt!

Abkehr von der Liturgiereform?

Der Grenzstein am Beirbvm

Die alte Taufkerze

David - die Geburt eines Königs

Wider die Logorrhoe

Das Leben ist ein Diamant

Nur eine Rose als Stütze

Ein Haus aus Licht

Jugendtreffen 2006

Eine Stadt braucht Klöster

Leben in einer neuen Zeit

Eine Schule der Freiheit

Hl. Benedikt - Gründungskelch von 1906

Carnevale veneziano 

Befreite Zeit

Die Fenster in der Kirche

Nehmt keinen Geldbeutel mit

Pilgerherberge Kloster

Das Mauerblümchen
Weihnachtsgeschichte

Gretchenfrage

Glocken d. Abteikirche

Der Rabenschrank

Das kleine Lob

Gib mir wo ich stehe

Nacht der offenen Kirchen 2001 

Termine

Kurznachrichten

FAQs 
Häufig gestellte Fragen

Oblaten

Festtage

Presseberichte

Baumaßnahme

Klöster

Abtswahl

 

 

Leben in einer neuen Zeit
Aphoristische Gedanken zum Beginn der Sommerzeit 2006

Als erstmals die Sommerzeit eingeführt wurde, war ich in einem Nonnenkloster südlich von Rom zu Gast. Die Nonnen waren sich einig, dass sie diesen neuen Unfug nicht mitmachen würden. Im Kloster brauche man diese Neuerung nicht. Ich weiß nicht mehr, wie lange sie das durchgehalten haben, - ob einige Wochen oder nur wenige Tage. Auf jeden Fall merkten sie sehr schnell, dass ihnen das Beharren auf der alten Zeit jede Menge Konflikte mit der Welt brachten, die der neuen Zeit folgte.

Als Papst Gregor XIII. im Jahr 1582 den Kalender des Julius Caesar korrigierte, dauerte es Jahrhunderte, bis sich diese Korrektur durchsetzte. Es war und ist eine Konfessionsfrage, ob man sich der „päpstlichen“ Kalenderreform anschließt oder nicht. Es ist eine politische Frage, ob man der Reform eines fremden Staates zustimmt. Und es ist überhaupt eine religiöse Grundsatzfrage, ob man das Jahr der Geburt Christi als Zeiten-Neuorientierung annimmt oder z.B. die Erschaffung der Welt (Judentum; wir sind aktuell im Jahr 5766) oder den Auszug Mohammeds aus Mekka (am 16. Juli 622) oder auch anderes. Ein Kalender ist mehr als irgendeine Zählweise von Tagen. Kalender haben immer auch Bekenntnischarakter.

In welcher Zeit leben wir / lebe ich eigentlich? Bin ich auf der Höhe der Zeit? Lebe ich Hoch-Zeit? Bin ich der alten Zeit verhaftet? Strecke ich mich nach der neuen Zeit aus? Ist die Geburt Christi für mich eine Hin-Wende in die neue Zeit, … Zeitenwende?

Bin ich von gestern, … im Heute, … nach morgen ausgestreckt?

Für Johannes, den Visionär des Neuen Testamentes, sind der neue Himmel und die neue Erde der Horizont seines christlichen Lebensverständnisses. Es ist ein Reich, in dem die Sonne nicht untergeht, denn Christus ist ihr Licht.

Ich muss gestehen, ich hinke der christlichen Zeit-Ansage immer wieder und immer noch hinterher. Ich erkenne, es ist fünf vor zwölf. Ich muss eilen, um pünktlich zu sein. Vertane Zeit ist verpasste Zeit. … und dann schlägt’s dreizehn.

Abt Albert Altenähr OSB
060324

Fotos: zwei Standuhren in der englischen Abtei Prinknash

nach oben