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Aachener
Nacht der offenen Kirchen,
26. Oktober
2001.
Der
Abend in der Abteikirche Kornelimünster
Insgesamt etwa 40 bis 50 Interessierte nahmen unser
Angebot im Rahmen der Aachener Nacht der offenen Kirchen an. Das
sind zwar weniger, als theoretisch hätten kommen können, aber durchaus
mehr, als wir angesichts unserer Stadtrandlage realistischerweise
erwarten durften. Erfreulich war vor allem, dass eindeutig mehr als die
Hälfte der Gekommenen nicht zum bekannten Stamm unserer
Gottesdienstbesucher gehörten. Sie vor allem hatten sich bewusst unsere
Kirche aus dem großen Angebot der mehr als 50 beteiligten Kirchen
herausgesucht.
Bewusst hatten wir uns dafür entschieden, unser ganz
normales Kornelimünsteraner Chorgebet als prägenden Rahmen der drei
Stunden herauszustellen. Wir begannen um 20:30 Uhr mit der Komplet und
schlossen um 23:00 Uhr mit der Vigil.
Begegnungen mit den Bildern in unserer Kirche und im
Kreuzgang und Gespräche über sie prägten die erste Stunde (21:00
22:00). Außer den Bildern von Janet
Brooks-Gerloff, die uns gehören,
konnten wir Bilder des Rotterdamer Malers Joop van Meel als Kontrast und
Ergänzung präsentieren. Joop van Meel hat wie Janet Brooks-Gerloff den
Menschen als Thema. Aber während unsere Bilder von Janet Brooks-Gerloff
klare biblische Stoffe behandeln und den Menschen als Einzelnen in den
Blick und vor die Frage nach Gott und sich selbst stellen, thematisiert
Joop van Meel den Menschen in der Masse Mensch und im stürzenden Chaos
der konkurrierenden Interessen und widrigen Umstände. Es ist
faszinierend, in welch bedrängender Intensität Joop van Meel die Not
des Menschseins in der Vielzähligkeit der Menschen und der Widerstände
herausarbeitet. Beide Künstler waren an diesem Abend in unserer
Mitte. Die Bilder von Joop van Meel werden noch bis in den Januar 2002
bei uns hängen und laden somit zu einer zweiten und auch dritten
Begegnung ein.
Cantor Josef Eich, Kornelimünster, hatte für die
weitere Stunde (22:00 23:00) in kongenialer Einfühlung in den von
uns angedachten ruhigen Gesamtduktus des Abends Orgelwerke der deutschen
Romantik (Adolph Hesse, Felix Mendelssohn, Camillo Schumann) ausgewählt.
Wir sind Herrn Eich für seine Freundschaft und seine Bereitschaft,
festliche Gelegenheiten bei uns an der Orgel mitzugestalten von Herzen
dankbar. Sein Orgelspiel war auch diesmal ein Genuss und eine Freude für
die Hörer.
In kurzen ein- bzw. überleitenden Worten zu den
einzelnen Abschnitten des Abends und in einigen zusammenfasssenden
Gedanken in der Vigil deutete Abt Albert die verschiedenen Elemente
dieser Stunden als suchende Schritte des Menschen zu sich selbst und zu
Gott hin und als Suchen Gottes nach dem Menschen.
In der Rückschau haben wir ein sehr gutes Gefühl.
Wir haben nichts Extravagantes präsentiert, sondern das Proprium,
das unsere Gemeinschaft lebt und sich als weiter zu vertiefendes Ziel
gesetzt hat, sich ausleben und wirken lassen. Der Abend hatte eine klare
Struktur, - es gab keine Längen, - es gab keine Hektik. In dieser
gelassenen Ruhe und der Beschränkung auf wenige, uns wesentlich
erscheinende Programmpunkte, konnte sich der Abend als ein Er-Leben
von Begegnung im Suchen und Glauben entfalten. Wir konnten unsere
Gemeinschaft und unsere Kirche als ein Haus der Glaubensbegegnung
selbst erleben und erfahrbar machen.
Abt Albert
Altenähr OSB
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